{"id":805,"date":"2020-10-25T21:01:20","date_gmt":"2020-10-25T20:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/fs.kswe.ch\/bio\/?p=805"},"modified":"2023-06-14T10:56:28","modified_gmt":"2023-06-14T08:56:28","slug":"lesetipp-das-evangelium-der-aale-von-patrick-svensson-hanser-verlag-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fs.kswe.ch\/bio\/blog\/2020\/10\/25\/lesetipp-das-evangelium-der-aale-von-patrick-svensson-hanser-verlag-2020\/","title":{"rendered":"Lesetipp:  Das Evangelium der Aale von Patrick Svensson"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-808 alignleft\" src=\"https:\/\/fs.kswe.ch\/bio\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2020\/10\/Evangelium_der_Aale2.jpg\" alt=\"\" width=\"137\" height=\"224\" \/>Kennen Sie das Gef\u00fchl, wenn man von einer Sache so sehr befremdet ist, dass sie schon wieder interessant wird? So ging es mir, als ich das Buch mit dem Titel <em>Das Evangelium der Aale<\/em> in der Hand hielt. Aale sind absolut nicht meine Lieblingstiere und das Wort Evangelium weckt verschiedene Assoziationen in mir, aber sicher keine, die mit Fischen zu tun haben.<\/p>\n<p>Obwohl \u2013 Fische? Na ja, vielleicht doch; aber nicht Aale.<\/p>\n<p>Trotz aller Zweifel beschloss ich, dem Buch eine Chance zu geben, und ich kann sagen: es hat sich gelohnt.<\/p>\n<p>Der Autor Patrick Svensson berichtet sehr umfassend \u00fcber den Aal: Wo man ihn findet, wie man ihn f\u00e4ngt und auf wie viele Arten man ihn zubereiten kann (gut, f\u00fcr die genauen Rezepte m\u00fcsste man noch etwas googeln). Ferner macht er uns mit Forschern bekannt, die sich mit dem geheimnisvollen Tier besch\u00e4ftigt haben, von Aristoteles \u00fcber Siegmund Freund (ja, <em>dem <\/em>Freud), Rachel Carson (die mit \u00a0<em>\u00abDer stumme Fr\u00fchling\u00bb<\/em> in den 1960er Jahren auf die Gef\u00e4hrdung der Biodiversit\u00e4t durch den Menschen aufmerksam machte) bis zu Johannes Schmidt, der zeigen konnte, dass sich die Aallarven aus der Sargassosee \u00fcber den Atlantik nach Europa treiben lassen. Wir begegnen dem Aal in Literatur und Philosophie sowie in der Lebensgeschichte des Autors selbst, so dass wir schliesslich nicht mehr wissen, ob wir uns gerade in einem Sachbuch, einer Autobiographie oder einem Reisebericht befinden. Letzteres ist in einer Zeit, in der wir vermehrt zu Hause bleiben m\u00fcssen, besonders verlockend, denn wir bekommen die Gelegenheit, von Griechenland und S\u00fcdschweden \u00fcber den Atlantik in die Sargassosee und zur\u00fcck zu reisen. Gegen Ende des Buches werden wir mit Gedanken zum Artensterben konfrontiert. Haben Sie gewusst, dass eine Tierart nur dann auf die rote Liste der vom Aussterbenden bedrohten Arten kommt, wenn man ihren Bestand der geschlechtsreifen Tiere an ihrem Fortpflanzungsort misst? Wenn man nun nach der Lekt\u00fcre von Svenssons Buch weiss, dass kein Mensch je einen geschlechtsreifen Aal in der Sargassosee, dem Ort, wo der europ\u00e4ische Aal mutmasslich laicht, gesehen hat, so gibt einem das doch einiges zu Denken. Nach rund 250 Seiten legte ich das Buch sehr inspiriert auf den Stapel gelesener B\u00fccher. Ich weiss jetzt viel mehr \u00fcber den Aal, als ich jemals wissen wollte und bereue keine Minute, die ich mit dieser Lekt\u00fcre verbracht habe.<\/p>\n<p>Oktober 2020, Sabin Rhiner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie das Gef\u00fchl, wenn man von einer Sache so sehr befremdet ist, dass sie schon wieder interessant wird? 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